Die richtige Sanierung und Renovierung

Wenn Sie Ihre jährlichen Energiekosten durch die beheizte Wohnfläche dividieren, sollte das nicht mehr als ca. 10 Euro/m² ergeben. Der richtige Zeitpunkt für zum Sanieren ist gekommen, wenn ohnehin Instandhaltungsarbeiten durchzuführen sind, da dann nur die Zusatzkosten der Wärmedämmung anfallen. Eine gesamthafte, umfassende Sanierung ist empfehlenswert, da Kosten gespart werden können (zB. entfällt die Laibungsdämmung, wenn die Fenster bündig an die Außenwand gesetzt werden).

Allgemeine Richtlinien zum richtigen Sanieren und Renovieren:

  • Dämmen Sie so dick wie (konstruktiv) möglich.
  • Wenn Instandhaltungen, Umbau oder Erweiterung anstehen: Nutzen Sie dies für die Durchführung einer energetischen Sanierung.
  • Wenn möglich von einer Beratungsstelle unterstützen Iassen.

Die Vorteile der Sanierung:

  • Weniger Energieverbrauch
  • Wertsteigerung / Werterhaltung
  • Steigerung von Wohnbehaglichkeit und Komfort
  • Beitrag zum Umweltschutz

Die richtige Reihenfolge beim Sanieren:

  1. Oberste Geschoßdecke dämmen ("isolieren")
    Meist sehr einfach und in Eigenleistung durchführbar. Geringe Kosten - große Wirkung. Mindestens 20cm Dämmstoff aufbringen, bei Verlegung zwischen Latten eher 25cm.
  2. Fenster sanieren oder tauschen
    Sanierung heißt nicht immer gleich Tausch! Es gibt manchmal auch andere Möglichkeiten, wie z.B.
    1. Nachstellen der Beschläge zur Verbesserung der Dichtheit oder
    2. Glastausch (z.B. bei älteren Kunststofffenstern, bei denen der Rahmen noch in Ordnung ist).
  3. Kellerdecke dämmen (am einfachsten von unten)
    Schafft Abhilfe bei "kalten" Böden, verbessert die Behaglichkeit bei älteren Fußbodenheizungen, weil dadurch oft die Vorlauftemperatur reduziert werden kann. 10cm Dämmstärke anstreben.
  4. Außenwände dämmen ("isolieren")
    Aus Kostengründen am besten bei einer Fassadenrenovierung mitmachen. Kostet zwar im Vergleich zu anderen Maßnahmen mehr, bringt aber auch am meisten. Mindestens 12cm Dämmstoffstärke sind empfehlenswert (Energiegründe und Bauphysik)
  5. Heizung sanieren
    Nicht nur der Heizkesseltausch bringt Energieeinsparung, auch viele Zusatzmaßnahmen helfen, den Energieverbrauch zu senken. (z.B. Verteilleitungen dämmen, moderne Regelung, Thermostatventile)
    Saniert und doch nicht gespart?
    Dann ist womöglich der sogenannte Reboundeffekt aufgetreten.

Richtwert bei Sanierung :

Erste ungefähre Abschätzung: Dividieren Sie Ihre jährlichen Heizenergiekosten durch die beheizte Wohnfläche. Liegt das Ergebnis über 10 Euro pro Quadratmeter, haben Sie Handlungsbedarf!
Eine etwas präzisere Aussage lässt sich machen, wenn Sie die Energiekennzahl (kWh, die pro m² Wohnfläche im Jahr für die Beheizung notwendig sind) abschätzen. Nehmen Sie dazu Ihre Energieverbrauchsabrechnung und suchen Sie den Gesamtverbrauch (Wert in kWh). Alternativ dazu können Sie diesen Wert auch selbst je nach verwendetem Energieträger ermitteln:
Bei Ferngas dividieren Sie die jährlichen m³ durch 10. Bei Öl dividieren Sie die jährlich verbrauchten Liter durch 10. Weitere Energieinhalte verschiedener Energieträger finden Sie [hier].
Ab 120 kWh/m².a ist eine Sanierung durchaus überlegenswert, ab 200 kWh/m².a sollten Sie dringend handeln.

Vergleichszahlen für den Heizwärmebedarf:

Durchschnittlicher Bestand:             150-250 kWh/m².a
Neubau 1999 standard:                    75-90 kWh/m².a
Energiesparender Neubau:              Etwa 50-65 kWh/m².a
Niedrigenergiehaus allgemein:       Ca. zwischen 20 und 50 kWh/m².a
Passivhaus:                                         unter 15 kWh/m².a

FENSTERSANIERUNG:

Wenn die Substanz der vorhandenen Fenster noch gut ist, kann sich auch eine Sanierung lohnen (Kosteneinsparung, Erhaltung des Erscheinungsbildes).

Fugendichtheit verbessern

Die dauerhafteste (und auch teuerste) Lösung ist das Einfräsen von von Lippenprofilen (Dichtungslippen). Richtwert: 5-10 €/m Dichtung, bei wenig Fenstern auch darüber). Achtung bei Räumen mit Verbrennungsheizungen (auch Gasthermen!). Eventuell müssen Zuluftöffnungen geschaffen werden (Rauchfangkehrer fragen).

Vorsatzscheiben anbringen

Durch Montage einer zusätzlichen Scheibe an der Innenseite (einfachverglast oder noch besser mit Wärmeschutzverglasung) wird das bestehende Fenster zum Kastenfenster. Sogar mit einfach verglasten Vorsatzflügeln können bei bestehenden Holzfenstern 40% Energie eingespart werden. Das äußere Erscheinungbild bleibt unverändert, der Wärme- und Schallschutz verbessert sich wesentlich. Diese Lösung ist auch bei Glasbausteinen sinnvoll, wenn die Optik unverändert bleiben soll.

Glastausch

Insbesondere bei Kunststofffenstern kann ein Tausch der Gläser durch moderne Wärmeschutzverglasung eine einfache Möglichkeit für eine wesentliche Verbesserung sein. Bei einfach verglasten Fenstern unbedingt vorher prüfen, ob die Beschläge für das höhere Gewicht der neuen Gläser zugelassen sind

Problemfall Glasbausteine

Glasbausteine sind echte Energieverschwender. Der U-Wert solcher Elemente liegt bei 3 W/m²K und damit fast um das zwei- bis dreifache über dem Wert von Fenstern. Ähnlich schlecht liegen PVC-Lichtelemente und Plexiglas-Stegplatten. Alle diese Elemente sollten unbedingt gegen zeitgemäße Fenster getauscht werden.